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Stellungnahme der
SPD-Fraktion im Rat der Stadt Siegen zur Gewerbe-
und Industriegebietsflächendiskussion
Aufgrund der öffentlichen
Diskussion um die Erschließung neuer Gewerbe- und
Industriegebietsflächen in Siegen, ausgelöst durch
den Wegzug der Firma Kabelschlepp, gibt die
SPD-Fraktion im Rat der Stadt Siegen folgende
Stellungnahme ab:
Siegen braucht
dringend neue Gewerbe- und Industriegebietsflächen
Eine Stadt
wie Siegen benötigt ausreichend Gewerbe- und
Industriegebiete, um ihren Bürgerinnen und Bürgern
wohnortnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie den
heimischen Unternehmen Expansionsflächen bieten zu
können. In Siegen fehlen diese Flächen jedoch
gänzlich. Anstatt freie Gewerbe- und
Industrieflächen in der Hinterhand zu haben, besitzt
Siegen ein von der Bezirksregierung anerkanntes
Gewerbeflächendefizit von insgesamt 120 ha.
Was passiert, wenn man als Stadt seinen Unternehmen
keine Erweiterungsflächen anbieten kann, zeigen die
Firmen Medicatechnik, Vetter Fördertechnik und
zuletzt Kabelschlepp: Sie verlagern ihre Standorte.
In der Folge verliert
Siegen wichtige Arbeits- und Ausbildungsplätze, die
jedoch dringender denn je benötigt werden, um im
Zuge des demographischen Wandels ein attraktiver
Wohnort und Lebensmittelpunkt für die hier lebenden
Menschen zu bleiben. Denn diese ziehen dorthin, wo
sie ihre Arbeit finden. Natürlich bleiben auch die
Gewerbesteuereinnahmen aus, mit denen Schulen,
Kindergärten, Straßen etc. finanziert werden.
Daher macht
die SPD-Fraktion ihre Position zur Gewerbe- und
Industriegebietsflächen wie folgt deutlich:
- Oberste Priorität
haben für die SPD-Fraktion die beiden geplanten
Gewerbegebiete „Oberes Leimbachtal“ und
„Martinshardt“, da sie über alle Parteien hinweg
politisch unstrittig sind und die
Besitzverhältnisse am einfachsten zu klären
sind. Die Planungen für diese Bereiche müssen
schnellstmöglich abgeschlossen werden, damit die
Stadt Siegen den hiesigen Firmen kurzfristig
wieder Erweiterungsflächen anbieten kann. Denn
es muss in jedem Fall verhindert werden, dass
weitere Firmen, die aktuell konkret im Gespräch
sind, aus Siegen wegziehen.
- Die SPD-Fraktion hat
sich bereits vor der Kommunalwahl 2004 für ein
Gewerbegebiet "Oberschelden/Seelbach"
ausgesprochen. Bedingung war ein
Autobahnanschluss, der nun u.a. auch durch das
besondere Engagement von Detlef Rujanski, dem
Fraktionsvorsitzenden der Siegener SPD, und
seinem Stellvertreter Manfred Schneider auf der
Bundes- und Landesebene in realisierbare Nähe
gerückt ist. Auch wenn die CDU-Fraktion
gemeinsam mit Ulf Stötzel ihnen dabei eine
„Geschäftsführung ohne Auftrag“ im Haupt- und
Finanzausschuss (HFA) vorgeworfen haben. Wichtig
ist aus Sicht der SPD-Fraktion jedoch das
Ergebnis, nämlich dass ein Autobahnanschluss von
Seiten des Bundes und des Landes nicht mehr
verhindert wird und damit die Verwirklichung
eines Gewerbegebietes „Seelbach/Oberschelden“
möglich ist.
- Parallel dazu muss
auch das aktuell laufende Prüfverfahren für die
geplanten Gebiete "Faule Birke" und "Eisernhardt"
weiterbetrieben und zu Ende gebracht werden,
damit im Lichte dieser Erkenntnisse dann
entschieden werden kann, ob eine Realisierung
dieser Gewerbegebiete wirtschaftlich und
ökologisch sinnvoll ist. Eine Enteignung der
Eigentümer in diesen Bereichen, die ihre
Grundstücke für Gewerbe- und Industriegebiete
nicht zur Verfügung stellen wollen, lehnt die
SPD-Fraktion ab.
Verwundert nimmt die
SPD-Fraktion zur Kenntnis, dass die Siegener CDU der
ehemaligen Rot-Grünen Landesregierung vorwirft, für
die Misere der Stadt Siegen verantwortlich zu sein.
So hat es doch die CDU/FDP/UWG Mehrheit im Rat der
Stadt Siegen seit 1999 nicht geschafft, die Lücke
von 120 ha. Gewerbe- und Industrieflächen zu
schließen. Statt die heute diskutierten Flächen
frühzeitig zu beplanen, sahen die Christdemokraten
das Heil in einem Gewerbegebiet in der Trupbacher
Heide, wohl wissend, dass auch eine neue CDU/FDP
geführte Landesregierung diese – als FFH-Gebiete
ausgewiesenen Flächen – nicht in Gewerbeflächen
umwandeln konnte. Umso erfreuter nimmt die
SPD-Fraktion jetzt den Sinneswandel der CDU zur
Kenntnis, so dass sich eine politische Mehrheit für
die Ausweisung dringend notwendiger, realisierbarer
Gewerbe- und Industrieflächen abzeichnet. Packen wir
es also nach vorne gerichtet an, um die nächsten
Schritte in Sachen „Schaffung von Gewerbegebieten“
umgehend im Interesse der Mehrheit unserer
Bürgerinnen und Bürger und der Zukunftsfähigkeit
unserer Stadt kurzfristig und zielorientiert
anzugehen.
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