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Sehr geehrter Herr
Rujanski,
ich muss gestehen, dass ich
bezüglich der anstehenden Bürgermeisterwahl noch
unentschlossen bin.
Da sind noch ein paar Fragen, um
deren möglichst konkrete Beantwortung ich Sie bitten
möchte, damit ich letztlich eine Entscheidung
treffen kann.
1). Wie gedenken Sie, den immer
noch angeschlagenen Haushalt der Stadt Siegen zu
"sanieren"?
Ich möchte in einem ersten Schritt die
Gewerbesteuereinnahmen 2007, die in diesem Jahr
-nach meiner Einschätzung höher sind, als in der
Planung für 2007 angenommen- für die Entschuldung
verwenden, um so einen ersten konkreten Schritt in
Sachen "Entschuldung der Stadt Siegen" -auch im
Interesse unsere Kinder und Enkelkinder-
einzuleiten.
2).
Unter welchen Bedingungen und in welchem Umfang
sollen
sogenannte 1-€-Jobber
eingesetzt werden?
Die Frage der 1,00 €-Jobber kann ich so
allgemein, wie von Ihnen gestellt, leider nicht
beantworten. Grundsätzlich bin ich der Auffassung,
dass erforderliche Arbeiten auch durch vernünftige
Arbeitsverhältnisse abgedeckt werden müssen. Denn
ich bin der Auffassung, dass Arbeiten zum Menschsein
dazugehört und der Mensch auch von seiner
Arbeitsleistung leben können muss. Daher verfolge
ich eher den Gedanken von angemessen vergüteten
Arbeitsverhältnissen im o. g. Sinne.
3) Wie wollen Sie zukünftig den
Verwaltungsapparat der Stadt Siegen gestalten?
Personalabbau? Beförderungen? Aufgabenspektrum?
Ich möchte gerne den Verwaltungsapparat
unter dem Aspekt der schnellen Arbeits- und
Aufgabenerledigung durchleuchten. Ich bin der
Auffassung, dass der/die Bürger/in im Mittelpunkt
des Geschehens steht und die Stadtverwaltung eine
dienstleistende Funktion hat. Insofern gilt es
natürlich das Aufgabenspektrum und deren Erledigung
zu überprüfen. Aber ein Personal-abbau ist bei mir
nicht Ziel Nummer 1.
Bezüglich der Beförderungen bin ich der
Auffassung, dass hier eine (Tarif-) Automatik nicht
allein ausschlaggebend sein kann, sondern dass auch
die individuelle Leistung berücksichtigt werden
muss. Grundsätzlich soll jede/r für gute Arbeit auch
gutes Geld erhalten.
4)
Sollen verstärkt
Aufgaben in private
Hand übertragen werden? Welche müssen städtisch
bleiben?
Ich bin nicht der Auffassung, dass "Privat"
vor "Staat" grundsätzlich besser ist. Gerade im
Bereich der Daseinsvorsorge, z. B. Gas, Wasser,
Abwasser, Müllentsorgung/gelber Sack, etc. bin ich
der Auffassung, dass hier die Stadt ihren Einfluss
geltend machen muss. Insofern lehne ich eine
grundsätzliche Privatisierung im Allgemeinen ab. Im
Einzelfall kann ich mir natürlich vorstellen, auch
darüber nachzudenken. Aber eine Organisationsform
über z. B. Eigenbetriebe
kann ich mir durchaus vorstellen.
5) Planen Sie Großprojekte? (Wie in
der Vergangenheit z.B. Siegerlandhalle, Theater)
Ich habe aktuell das Großprojekt "Abriss
der Siegplatte" und "Renaturierung der Sieg" auf
meiner mittelfristigen Agenda.
Dies ist aktuell eines der Großprojekt, das
in den nächsten Jahren angegangen werden muss. Ein
weiteres Projekt ist auch die "Uni mit Teilen ins
Untere Schloss" zu bringen.
Wir brauchen aber auch keine
kostenträchtigen Großprojekte, denn dem Haushalt
unserer Stadt tut eine Entschuldung oder
beispielsweise die Herstellung unserer Straßen auch
ganz gut.
6) Wo und in welchem Umfang möchten Sie
Gewerbegebiete
erschließen? Für
welche Art Industrie / Gewerbe?
Die Flächen sind in der öffentlichen Diskussion
hinlänglich genannt worden. Im Wesentlichen handelt
es sich hierbei um das Leimbachtal und die
Martinshardt. Dann geht es noch um die Gebiete
Oberschelden/Seelbach (ohne Lurzenbach), aber mit
Autobahnanschluss und Faule Birke sowie die
Eisernhardt.
Die detaillierte Belegung muss man dann sehen. Im
Augenblick gilt es aber Produktionsunternehmen, die
sich mit Abwanderungsgedanken tragen, eine Fläche
anbieten zu können. Fälle aus der Vergangenheit:
Waldrich, Krane Vetter, Kabelschlepp, dürfen sich
nicht wiederholen. Dieser Auszug muss gestoppt
werden!
7) Welche Ideen haben Sie, um auf
lokaler Ebene gegen die Arbeitslosigkeit anzugehen?
Der wesentliche Punkt ist die Stärkung der
heimischen Wirtschaft. Dies kann seitens der
Kommunalpolitik nur durch die Bereitstellung von
Gewerbeflächen geschehen. Daher engagiere ich mich,
zur Sicherung und zum Ausbau von Arbeits- und
Ausbildungsplätzen, für die Schaffung von
Gewerbegebieten.
8) Wie schätzen Sie den
Sicherheitsstandard der Bürger der Stadt Siegen ein?
(Polizei, Feuerwehr, Gesundheit)
Hier sind wir
-objektiv betrachte- relativ gut aufgestellt. Wir
haben eine Polizei in Siegen mit einer hohen
Aufklärungsrate bei Delikten - so mein
Kenntnisstand. Wir haben durch die vielen
Ehrenamtlichen in der Freiwilligen Feuerwehr in
Verbindung mit der hauptamtlichen Wache eine gute
und leistungsfähige Feuerwehr, zumal im Augenblick
eine neue Feuerwache in Weidenau in der konkreten
Planung ist. In diesem Zusammenhang müssen auch die
vielen Ehrenamtlichen im Rettungswesen genannt
werden, die einen hervorragenden Dienst tun.
Bezüglich der "Gesundheit" verfügen wir
über ein gutes Netz an Hilfeeinrichtungen. Auch wenn
es die kommunale Ebene nicht direkt, so müssen wir
gesellschaftspolitisch darauf achten, dass wir uns
hier nicht zu einer 2-Klassen-Gesellschaft (Privat-
und Kassenpatient/in) entwickeln.
9) Der Zustand unserer Schulen gibt
immer wieder Anlass zu Diskussionen. Wie werden Sie
als BM damit umgehen? Mehr Aufgaben auf Eltern
verteilen? Zusammenlegung von Schulen? Wie stehen
Sie zu Gesamtschulen?
Mehr Arbeit auf die Eltern verteilen ist
nicht mein Anliegen. Wenn Arbeiten hier anstehen,
dann müssen sie auch gemacht werden. Es ist aber
nicht so, dass all unsere Schulen morgen
zusammenfallen. Es kommt vielmehr auf ein angenehmes
Lernklima in den Klassen an.
Die Frage der Zusammenlegung von Schulen
wird man im Zusammenhang mit dem "Demografischen
Wandel" bedenken müssen. Optimal ist natürlich,
gerade den Grundschulbereich möglichst nah vor Ort
an zu siedeln. Ich halte von Gesamtschulen sehr
viel. Allerdings bin ich der Auffassung, dass unser
Schulsystem generell umorganisiert werden muss. Es
geht darum, länger gemeinsam zu lernen.
10) Wie sieht es aus mit
Kinderbetreuungsplätzen im Stadtgebiet? Tagesstätten
und Kindergärten? Was sollte / müsste Ihrer Ansicht
nach daran geändert werden? Wie soll die weitere
Finanzierung gestaltet werden?
Da ich auch die Kindertageseinrichtungen zu
den Bildungseinrichtungen zähle, müssten diese, nach
meiner Auffassung, perspektivisch kostenfrei werden.
Die Bildung der Kinder darf nicht vom Geldbeutel der
Eltern abhängen.
Die wichtigste Änderung ist, nach meiner
Auffassung, dass wir noch mehr Plätze für unter
3-jährige Kinder schaffen müssen.
Wie sich die Finanzierung in diesem Bereich
zukünftig darstellt, dies müssen wir noch abwarten.
Diese Thematik liegt zur Zeit noch bei der
CDU-FDP-Landesregierung.
1 1)
Wie steht es um die Förderung der Jugendarbeit in
freier Trägerschaft? Sind Einsparungen angedacht?
Einsparungen sind von mir nicht angedacht
und ich bin immer ein Anhänger der Idee "Vorrang der
freien Träger" gewesen. Ebenso hat der Bereich der
"ehrenamtlichen Arbeit" einen ausgesprochen hohen
Stellenwert. Wir haben in der Zusammenarbeit von
öffentlichen und freien Trägern in Siegen
ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht.
12) Ebenso wie die Schulen, sind
auch die Straßen in schlechtem Zustand. Können und
wollen Sie daran etwas ändern?
Ja, wir müssen uns mit der Frage der
"Instandsetzung der Straßen" sehr intensiv zuwenden.
Einen Substanz- und damit Werteverlust des
öffentlichen Vermögens können wir seitens unsere
Stadt nicht zulassen.
13) Was können Sie mir sonst noch sagen,
warum Sie gut für die Stadt Siegen wären?
Ich verfüge über eine fast 25-jährige
kommunalpolitische Erfahrung. Ich bin seit 2004
Fraktionsvorsitzender. Ich habe durch die aktive
Mitarbeit in anderen politisch besetzten Gremien, z.
B. SVB, Sparkasse, KEG, etc. Kenntnisse erhalten und
Erfahrungen sammeln können. Ich zeichne mich durch
meine nachgewiesene Sozial- und Wirtschaftskompetenz
aus.
Ich hoffe, Ihnen damit Ihre Fragen
beantwortet zu haben. Sollten Sie noch Fragen haben,
so rufen oder mailen Sie mich bitte einfach kurz an.
Für Ihr Bemühen zur
Beantwortung der vielen Fragen bedanke ich mich
recht herzlich und verbleibe mit den besten Wünschen
zur Wahl.
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