Gemeinsam handeln
rujanski.de
  • AKTUELLES
  • RUJANSKI AKTIV
  • PERSÖNLICH
  • POLITIK
  • KONTAKT
  • IHR BÜRGERMEISTER FÜR SIEGEN »
  Start > Politik Impressum







Pressemitteilung 28.06.07

Detlef Rujanski

Ausbildungseignung, Lehrstellenlage und Schulsystem erörtert

 

SPD-Fraktion besuchte Berufsbildungszentrum

 

Bei mittlerweile mehr als einem Viertel der Schulabgänger sind gravierende Mängel der Ausbildungseignung festzustellen. Diese Mängel sind fachlicher aber auch überfachlicher Natur. Sie gaben in den letzten Jahren vielfach den Ausschlag dafür, dass einem steigenden Anteil junger Menschen der Einstieg in das Arbeitsleben über eine betriebliche Lehre verwehrt blieb. Statt dessen führte der Weg dieser jungen Leute überwiegend in staatlich finanzierte Bildungsgänge, die oftmals eher verwahren als qualifizieren und in denen vielfach zunächst fehlende Einstellungsmuster zu trainieren sind, ehe an die Vermittlung in betriebliche Ausbildungsstellen überhaupt zu denken ist. Die Frage, wie die Schul- und Bildungspolitik diesen Herausforderungen begegnen sollte, stand im Mittelpunkt eines Informationsbesuchs, den die SPD-Stadtratsfraktion jetzt dem Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen in Geisweid abstattete.

 

 

Fragen nach der Ausbildungseignung von Schulabgängern und nach dem besten Schulsystem diskutierten Vertreter der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Siegen mit dem Geschäftsführer des Berufsbildungszentrums der IHK, Klaus Gräbener (l.).

bbz-Geschäftsführer Klaus Gräbener stellte dabei fest, dass die Verantwortung für die vielfach fehlende Ausbildungseignung nicht allein den allgemein bildenden Schulen zugeschoben werden dürfe. Die Schulen könnten sicherlich wichtige Beiträge leisten, indem sie ihre Zusammenarbeit mit der einstellenden Wirtschaft deutlich verbreiterten und noch aktiver auf die Unternehmen in ihrem jeweiligen Umfeld zugingen, um ihren Schülern Chancen zu eröffnen. Indes liege die Hauptverantwortung für Wertvorstellungen und Verhaltensmuster junger Menschen nach wie vor in den Elternhäusern. „Was dort versäumt, nicht vorgemacht oder defizitär vermittelt wird, kann in noch so gut aufgestellten Schulen allenfalls in Ansätzen wieder geheilt werden“, meinte Gräbener. Immer öfter werde von den Schulen berichtet, dass Eltern der Entwicklung ihrer Kinder mit einer gewissen Beliebigkeit gegenüber stünden. Wo dies zu beobachten sei, habe es Schule heutzutage ausgesprochen schwer. Andererseits seien beliebige Einstellungsmuster junger Menschen um so eher zu bekämpfen, je schneller und je besser ihnen der berufliche Einstieg gelinge. Hier wären die Unternehmen aufgerufen, gerade denjenigen Chancen auf Arbeit und Ausbildung einzuräumen, die sich fordern ließen. Die beste Antwort auf „Null Bock“ sei immer noch das Gefühl, in einer Gesellschaft gebraucht zu werden. Und dieses Gefühl mache sich insbesondere an einer verlässlichen Perspektive beim beruflichen Einstieg fest.

  

Diskutiert wurde dabei auch die Frage, ob das dreigliedrige Schulsystem in NRW auf Dauer nicht überwunden werden müsse. SPD-Fraktionschef Detlef Rujanski bedauerte in der Diskussion, dass die Neuausrichtung des Schulsystems in NRW nicht unter dem Moto „länger gemeinsam lernen“ erfolge, wie international üblich. Zugleich werde die Hauptschule von großen Teilen der Gesellschaft leider immer mehr als „Restschule“ betrachtet. Und Förderschüler hätten heutzutage so gut wie überhaupt keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt. Nach Auffassung der SPD sei es vor diesem Hintergrund sinnvoller, neue Gemeinschaftsschulen mit deutlicher, berufsprägender Ausrichtung zu schaffen statt am überkommenen dreigliedrigen System bedingungslos festzuhalten, meinte Rujanski: „Ich halte das frühe Aussortieren von Schülerinnen und Schülern nach dem 4. Schuljahr für falsch. Längeres gemeinsames Lernen entspricht nicht nur dem internationalen Standard. Es würde auch das Bildungspotenzial der Kinder besser ausschöpfen.“

 

 

Siegen, den 28.06.07