|
Die beiden Siegener
Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen, die
Pestalozzischule und die Waldschule, sollen
zusammengelegt werden. Jede Schule für sich kann
wegen der zurückgehenden Schülerzahlen nicht alleine
bestehen bleiben. Dies sieht so eine Vorlage der
Verwaltung für die nächste Ratssitzung am 25.03.09
vor. Dieses Vorhaben nahmen Schülerinnen und
Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer der
Waldschule zum Anlass, mit Mitgliedern der
SPD-Fraktion über die Zukunft des Schulstandortes zu
sprechen.
In
diesem Gespräch wurde deutlich, was die Waldschule
vor allem für die Schülerinnen und Schülern
bedeutet: Geborgenheit, Schutz und individuelle
Förderung. Dazu gehören das wohnortnahe
Schulgebäude, der selbst gestaltete Schulgarten, die
vielen Sportangebote und die funktionierende
Schulgemeinschaft. Ganz besonders aber auch die
Lehrerinnen und Lehrer, von denen sie seit vielen
Jahren unterrichtet und gezielt gefördert werden.

Heike Eichbaum (sitzend
vorne links) und weitere Eltern und Schüler/innen
der Waldschule hatten Detlef Rujanski (sitzend) und
Angelika Flohren (sitzend vorne rechts) von der
Siegener SPD-Fraktion zu einem Gespräch über die
Zukunft der Waldschule eingeladen.
Die
SPD-Fraktion fordert, die Bedenken der Schülerinnen
und Schüler der Waldschule ernst zu nehmen und dafür
zu sorgen, dass dieser wichtige und lieb gewonnene
Schulstandort zumindest für die älteren Jahrgänge
erhalten bleibt. „Eine klare Perspektive für den
Teilstandort Waldschule muss nach der Zusammenlegung
beider Schulen durch das gemeinsame Kollegium und
die gemeinsame Schulleitung erarbeitet werden. Dabei
ist der Erhalt der bestehenden Klassen in beiden
Schulstandorten anzustreben“, fordert Detlef
Rujanski, Fraktionsvorsitzender der Siegener SPD.
Anders sehe es bei den neu einzurichtenden
Eingangsklassen aus. Hier solle aufgrund der
prognostizierten zurückgehenden Schülerzahlen
Einsparpotenziale genutzt werden, so Rujanski
weiter.
Joachim Pfeifer,
schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion,
erläuterte im Vorfeld, dass die Waldschule nicht
geschlossen werden solle, sondern als eigenständiger
Standort der Verbundschule bestehen bleibe. „Die
einzige Alternative zur Zusammenlegung mit der
Pestalozzischule wäre wegen der zurückgehenden
Schülerzahl nur die Schließung der Waldschule
gewesen – und dies wollen wir alle nicht“, erklärte
Pfeifer, warum die Waldschule als eigenständige
Schule nicht weitergeführt werden kann.
Heike Eichbaum,
Elternvertreterin der Waldschule, zeigte sich
enttäuscht, dass der Vorschlag der Schulkonferenz,
in der Waldschule neben dem Förderschwerpunkt
„Lernen“ auch den Förderschwerpunkt „Emotionale und
soziale Entwicklung“ anzubieten und damit die
Waldschule als eigenständige Schule erhalten zu
können, nicht weiterverfolgt wurde.
„Die SPD-Fraktion
unterstützt zwar die Errichtung eines
Förderschwerpunktes für emotionale und soziale
Entwicklung an der Verbundschule zum Schuljahr
2011/2012“, führte Angelika Flohren,
SPD-Stadtverordnete, aus. „Allerdings ist noch
vollkommen unklar, ob dieser Förderschwerpunkt von
der oberen Schulaufsichtsbehörde überhaupt genehmigt
wird“, dämpfte Flohren die Erwartungen an diesen
Vorschlag.
Siegen, den 16.03.09
|