Auftakt zum Wahlkampf
Bürgermeisterwahl: Siegens SPD mit Rujanski im Rennen
  
ch Siegen/Weidenau. Erst die Empfehlung von Fraktion und
Parteivorstand, am Samstag nun die offizielle wie formale Nominierung: Der
Stadtverband der Siegener Sozialdemokraten schickt Detlev Rujanski ins
Rennen um das Bürgermeisteramt. Das Votum der Delegierten in der Weidenauer
Bismarckhalle fiel einstimmig aus. Rujanski, seit 25 Jahren in der
Kommunalpolitik aktiv und seit 14 Jahren Mitglied der SPD, tritt also bei
der Wahl des Stadtoberhauptes im September gegen Steffen Mues (CDU) und
Michael Groß (Bündnis 90/Die Grünen) an – mit Rückhalt in der Partei und
jeder Menge Rückenwind.
 Den
braucht Rujanski (50 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder) auch. Der
Geschäftsführer des Studentenwerkes Siegen versucht es nämlich bereits zum
zweiten Male als Bürgermeisterkandidat. 2004 schon ließ er sich bei der
damaligen Kommunalwahl von der heimischen SPD aufstellen. Und musste
schließlich dem amtierenden Bürgermeister Ulf Stötzel (CDU), der sich wegen
Erreichen der Altersgrenze von 68 Jahren aus dem Amt verabschieden muss, den
Vortritt lassen. Rujanski unterlag bei der Stichwahl mit 45 Prozent zu 55
Prozent der Stimmen. Sein Kommentar dazu: »Dies war mehr als ein
Achtungserfolg, das war gleichzeitig eine Verpflichtung für die Zukunft!«
 Und
die habe am Samstag begonnen. Rujanski eröffnete in der Bismarckhalle mit
Hilfe von SPD-Landeschefin Hannelore Kraft und des sozialdemokratischen
Bundestagsabgeordneten Willi Brase den Wahlkampf. Rujanskis Themen: Bildung,
aktive Wirtschaftsförderung zur Schaffung neuer Ausbildungs- und
Arbeitsplätze, die Stärkung des Oberzentrums Siegens als eine »lebens- wie
liebenswerte Stadt" für Kinder, Familien, Senioren – und dies alles bei
gleichzeitiger Bereinigung der finanziellen Situation. Rujanski mit Blick
auf das Gesamtdefizit des städtischen Verwaltungshaushaltes in Höhe von
aktuell 108 Mill. Euro: »Entschuldung ist mein Top-Thema!« Er möchte, nein:
er müsse also sparen. Konnte aber in einer Pressekonferenz kurzfristig noch
keine konkreten Vorschläge unterbreiten. Der SPD-Bürgermeisterkandidat
stellte stattdessen Überlegungen mit langfristiger Perspektive an: Er wolle
z. B. dafür sorgen, dass Plätze
in Kindertageseinrichtungen kostenfrei werden. Und dass »eine der größten
städtebaulichen Sünden der Vergangenheit« beseitigt werde – mit anderen
Worten: Die Siegplatte soll weg! Anstelle einer aufwendigen Sanierung.
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