PRESSE (WR 14.05.07)
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Westfälische Rundschau 14.05.07 |
Beifall: "Die Siegplatte muss weg - mit mir wird das
Wirklichkeit"
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Jetzt hat die Wahlkreisdelegiertenkonferenz
bestätigt, was schon vor der Kommunalwahl 2004
schriftlich festgehalten worden war und was diverse
Parteigremien schon vorentschieden hatten: Detlef
Rujanski kandidiert bei der Bürgermeisterwahl 2007
für die SPD. Starken Beifall erhielt er zuvor für
seine Forderung: "Die Siegplatte muss weg." 36 von
37 stimmberechtigten Delegierten sprachen sich am
Samstag in der Bismarckhalle für den Geschäftsführer
des Siegener Studentenwerks als
Bürgermeisterkandidat aus, ein Delegierter beteiligt
sich nicht an der Abstimmung.
In seiner Vorstellung hatte der 50-Jährige daran
erinnert, dass er das Studentenwerk ab 1993 "von
einer Behörde zu einem sehr erfolgreichen, modernen,
mittelständischen, sozialen
Dienstleistungsunternehmen umgebaut" habe. Ihm sei
aus seinem Leben "jenseits der Politik Denken und
Handeln in ökonomischen Strukturen vertraut". Dafür
lobte ihn in der Bismarckhalle auch die
SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft: Sie habe in
ihrer Zeit als Wissenschaftsministerin häufiger mit
Rujanski zu tun gehabt und dabei seine
Wirtschaftskompetenz schätzen gelernt.
Das von ihm vorgestellte 10 Punkte umfassende
Wahlprogramm enthält hinlänglich bekannte Positionen
zum Beispiel in den Bereichen Gewerbegebiete und
Wirtschaftsförderung, Sport und Bäder sowie Bildung.
Dagegen überraschte die Deutlichkeit, mit der der
SPD-Kandidat den Abriss der Siegplatte ("eine der
größten städtebaulichen Sünden der Vergangenheit")
auf seine Fahnen schrieb: "Klingt wie eine Utopie,
aber dieses Projekt wird mit mir Wirklichkeit
werden."
Der demographische Wandel werde im Baubereich
Konsequenzen haben: "Wir werden Neubaugebiete wie
zum Beispiel den Wellersberg nicht um jeden Preis
realisieren." Stattdessen müsse vorhandene
Bausubstanz für Kinder mit Familien und die ältere
Generation interessant und nutzbar gemacht werden.
Für die Stadtverwaltung denkt Rujanski über die
"Entwicklung anderer Organisationsformen" nach: "Ich
werde veranlassen zu überprüfen, ob einzelne
städtische Aufgabenbereiche in Eigenbetrieben
sinnvoller organisiert werden." Konkret nannte
Rujanski in diesem Zusammenhang Siegerlandhalle,
Stadtreinigung, Abfallbeseitigung und die
Wirtschaftsförderung, machte aber auch deutlich:
"Ich denke nicht an Privatisierung."
Harte Kritik an Finanzpolitik Stötzels: "Eine
gigantische Verschuldung" Hart ging der
Bürgermeisterkandidat mit der Finanzpolitik der
Stadt ins Gericht: 1999, als Ulf Stötzel für die CDU
das Bürgermeisteramt übernommen habe, habe der
Verwaltungshaushalt mit einem Defizit von 37,4
Millionen Euro abgeschlossen. Daraus seien in acht
Jahren CDU-Verantwortung rund 108 Millionen Euro
geworden: "Das ist eine gigantische
Verschuldungsleistung." Allerdings versicherte er
auch: "Es wird aber bei mir keinen Kahlschlag und
auch kein Sparen um jeden Preis geben." |
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