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Diskussion mit SVB-Chef über
Gaspreise –
Detlef Rujanski:
„Unternehmen macht sich
nicht die Taschen voll“
Siegen-Weidenau.
Die unerfreuliche Explosion der Gas- und auch
sonstigen Energiepreise stand jetzt im Mittelpunkt
einer öffentlichen Veranstaltung des SPD-Ortsvereins
Siegen-Weidenau. Als Referenten konnte Vorsitzender
Rainer Lorenz den Geschäftsführer der Siegener
Versorgungsbetriebe (SVB), Alfred Richter, begrüßen.

Weidenaus SPD-Vorsitzender
Rainer Lorenz (l.) und SPD-Fraktionschef Detlef
Rujanski (r.) konnten jetzt bei einer
Info-Veranstaltung des SPD-Ortsvereins über die
aktuelle Entwicklung der Gaspreise den
Geschäftsführer der Siegener Versorgungsbetriebe,
Alfred Richter (Mitte), begrüßen.
Richter wies darauf hin,
dass die Gaspreise Weltmarktpreise sind. 85 Prozent
des Erdgasverbrauchs in Deutschland werde durch
Importe gedeckt. „Ein Problem ist, dass es bisher
nicht gelungen ist, die Bindung des Gaspreises an
den explodierenden Ölpreis zu knacken“, erläuterte
Alfred Richter und fügte hinzu: „Importeure und
Förderländer machen kräftig Kasse.“ Der Anteil der
Bezugskosten am Endpreis, den der Gaskunde in Siegen
zahlen müsse, liege heute schon bei 54 Prozent. Sein
Unternehmen bemühe sich, betonte der
SVB-Geschäftsführer, die Auswirkungen dieser
dramatischen Entwicklung für die Kunden vor Ort so
gering wie möglich halten. So seien seit 2006 die
Bezugspreise der Vorlieferanten stärker gestiegen
als die SVB-Preise. „Wir geben also die
Bezugspreiserhöhungen nicht mal in voller Höhe an
den Endverbraucher weiter“, unterstrich
Geschäftsführer Alfred Richter. Sein Unternehmen
könne sich sowohl im bundesweiten als auch im
regionalen Gaspreisvergleich durchaus sehen lassen.
Die Gaskunden
in Siegen können derzeit zwischen drei Anbietern
wählen. „Die Bürgerinnen und Bürger sollten es sich
dennoch überlegen, ob sie wegen eines ganz
geringfügigen Preisvorteils zu einem auswärtigen
Anbieter wechseln“, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender
Detlef Rujanski. Er wies u.a. darauf hin, dass die
Siegener Versorgungsbetriebe jährlich rund fünf
Millionen Euro investieren, „wovon insbesondere
örtliche Unternehmen und Handwerksbetriebe
profitieren“. Auch müsse man – so der
SPD-Fraktionsvorsitzende – sehen, dass das heimische
Versorgungsunternehmen hier vor Ort 117 Mitarbeiter,
davon 12 Auszubildende, beschäftigt. Geschäftsführer
Alfred Richter ergänzte: „Darüber hinaus betätigen
wir uns – im Rahmen unserer Möglichkeiten – als
Sponsor, wovon insbesondere der regionale Sport
profitiert.“
Ferner ging
Richter auf die Beschaffung des Erdgases durch die
SVB ein: „Seit zwei Jahren haben wir keine
langfristigen Bezugsverträge mehr, sondern es gibt
jährlich eine europaweite Ausschreibung, wobei
wir uns für den jeweils günstigsten Lieferanten
entscheiden.“ Man denke derzeit über weitere
Veränderungen der Einkaufsstrategie nach, um der
Preisexplosion mittel- und längerfristig möglichst
effektiv entgegenzuwirken. Die Gesprächspartner
waren sich einig, dass die Einführung des
Wettbewerbs auf dem Gasmarkt bisher – anders als
etwa im Bereich der Telekommunikation – nicht zu
günstigeren Preisen geführt habe, da sie zeitlich
mit der aktuellen Explosion der Rohstoffpreise
zusammen fällt.
Der SVB-Chef
bestätigte, dass nicht wenige Kunden
Zahlungsschwierigkeiten hätten, allerdings sei in
der letzten Zeit keine besondere Zunahme derartiger
Fälle zu verzeichnen. Richter wies auf die üblichen
Hilfen – z.B. Ratenzahlungen – hin.
SPD-Ortsvereinsvorsitzender Rainer Lorenz regte an,
auch über die Einführung eines Sozialtarifs etwa für
Hartz IV-Empfänger nachzudenken.
„Die Siegener
Versorgungsbetriebe (SVB) bedienen sich nicht über
Gebühr bei den Bürgern. Unser heimischer Gas- und
Wasserversorger macht sich also nicht die Taschen
voll“, zog Siegens SPD-Fraktionschef Detlef Rujanski
ein positives Fazit der lebhaften Diskussion. Das
Bemühen der SVB, die Auswirkungen der
Energiepreisexplosion für ihre Gaskunden so
erträglich wie möglich zu halten, verdiene
Anerkennung. Rujanski meinte abschließend, „dass es
insoweit leider ein Informationsdefizit gibt,
welches wir abbauen müssen“.
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