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Hier meine Antworten auf
die „Fragen an die Bürgermeisterkandidaten“
1. Der demographische
Wandel wurde in der jüngsten Vergangenheit zu einem
Megathema. Entscheidungsträger in zahlreichen
Städten sehen hier eine Aufgabe, die den
Gestaltungswillen in praktisch allen kommunalen
Handlungsfeldern herausfordert.
Weiche Vorstellung
haben Sie von einer Stadt, die eine hohe
Lebensqualität für alle Generationen bietet?
Antwort: Die SPD in
Siegen hat bereits vor mehr als 10 Jahren diese
demografische Entwicklung gesehen und aktiv und
vorausschauend die Position der
„Seniorenbeauftragten“ installiert. Die Thematik
„Älter werden“ verstehe ich als eine kommunale
Querschnittsaufgabe, die neben der Bereitstellung
entsprechender Versorgungsstrukturen z. B. auch
verkehrs-, kultur- und bildungspolitische
Auswirkungen hat. Besonders wichtig ist der Bereich
des Wohnens. Da gilt es aufzupassen, dass
zentrumsnah bezahlbare Wohnangebote geschaffen
werden, die nicht zu einer Isolation Älterer führen.
Denn eine Stadt mit hoher Lebensqualität zeichnet
sich dadurch aus, dass sie sowohl
generationsübergreifende, wie auch spezifische
Angebote für unterschiedliche Lebenslagen vorhält.
2. Die steigende
Lebenserwartung und, damit verbunden, der zunehmende
Anteil älterer Menschen an der Gesellschaft, führt
zu einem Bedeutungsgewinn dieser Bevölkerungsgruppe.
Der Siegener
Seniorenbeirat fordert von der Landesregierung,
gemeinsam mit den anderen mehr als 130
Seniorenbeiräten in NRW, als Pflichtvertretung
(ähnlich dem Migrationsbeirat) in die
Gemeindeordnung aufgenommen zu werden.
Unterstützen Sie diese
Forderung?
Welche Möglichkeiten
einer Partizipation älterer Menschen sehen Sie
darüber hinaus?
Antwort: Diese Forderung
unterstütze ich. Aber Partizipation im Sinne von
Teilhabe heißt auch, Möglichkeiten zu schaffen, an
Kommunikation und Aktivität teilnehmen zu können.
Das bedeutet z. B. Unterstützung zur Steigerung der
Mobilität und Ausweitung sozialer Netzwerke.
3. Um die Aufgaben
unseres Zusammenlebens zu lösen ist die Gesellschaft
ist immer stärker darauf angewiesen, Wissen und
Können der älteren Generation auch ohne finanzielle
Gegenleistung nutzbar zu machen.
Ist es für Sie
vorstellbar, ehrenamtliches Engagement auch dadurch
zu fördern, dass ,Ehrenämtler’ in Ausübung ihrer
Tätigkeit, vom Fahrpreis öffentlicher Verkehrsmittel
und von Parkgebühren befreit werden?
Antwort: Vergleichbare
Vorstöße habe ich mit der SPD-Fraktion in der
Vergangenheit wiederholt unternommen, z. B. für die
Ehrenamtlichen der freiwilligen Feuerwehr. Richtig
ist, dass wir verstärkt über eine Anerkennungskultur
nachdenken müssen, die unbürokratisch und vor allem
gerecht allen zukommt, die sich ehrenamtlich
betätigen. Denn nach meiner festen Überzeugung
engagieren sich viel mehr Menschen im Stillen als
öffentlich bekannt ist.
4. In einer alternden
Gesellschaft ist eine wachsende Anzahl von Menschen
auf Unterstützung angewiesen. Auch deshalb gewinnen
bürgerschaftliches Engagement, Selbstorganisation
und Selbsthilfe an Bedeutung. In den letzten Jahren
haben sich zunehmend Vereine und Gruppen im
Stadtgebiet etabliert, die sich der aktiven
Altenarbeit verschrieben haben. Welche dieser
Vereine sind Ihnen bekannt?
Welche Möglichkeiten
der Unterstützung können Sie diesen Vereinen oder
Gruppen bieten
Antwort: Ehrenamtliches
Engagement war und ist eine tragende Säule unserer
Gesellschaft, weil wir dadurch die Menschen selbst
einbeziehen in Gestaltung und Verantwortung für
unser Gemeinwesen. Ich beobachte sehr genau die
Entwicklung von neuen wie alten Gruppen, Vereinen
und Initiativen und den dort Aktiven gilt meine
besondere Hochachtung. Ich setze mich - neben der
bisherigen finanziellen Unterstützung - für den
Ausbau von kommunalen Engagementstrukturen ein, denn
Ehrenamt bedarf auch der Unterstützung durch
Hauptamtliche.
5. Im Hinblick
auf'die'verminderte Mobilität 'vieler' älterer
Menschen wird eine Förderung kleinräumiger
(ortsteilbezogener) Netzwerke älterer Menschen
empfohlen. Wir denken dabei z. B. an
Mehrgenerationenhäuser, lnternetcafes,
Selbsthilfegruppen, Einrichtungen wie das „Haus
Herbstzeitlos" usw. Die Bereitstellung
entsprechender Räume sowie organisatorische und
personelle Hilfe wäre einer solchen Förderung
hilfreich.
Welche Pläne haben Sie
in diesem Zusammenhang?
(Die .alte
.Jugendherberge am Oberen Schloss verrottet
zusehends, ließe sich dieses Gebäude für'Zwecke der
Seniorenarbeit herrichten?)
Antwort: Ich bin dankbar,
dass Sie das Haus Herbstzeitlos ansprechen, denn
bereits vor 10 Jahren unterstützten die
SPD-Landesregierung und der SPD-Stadtdirektor die
Verwirklichung dieser selbst organisierten
Einrichtung. Nicht zuletzt aufgrund meiner
langjährigen Tätigkeit als Geschäftsführer des
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, werde ich die
weitere Entwicklung zum eigenverantwortlichen
Handeln und dem Engagement auch für andere
unterstützen. Inwieweit die ehemalige Jugendherberge
dabei einbezogen werden kann, bedarf einer
Überprüfung.
6. Die Zahl
schwerstkranker, älterer und hochbetagter Menschen
nehmen zu und mit ihr der Aufwand und die Kosten für
eine qualifizierte Pflege, intensive Betreuung und
humane Begleitung bis hin zum Tod. Diese Aufgabe
einer menschenwürdigen Zuwendung am Lebensabend ist
ohne ehrenamtliches Engagement kaum noch zu leisten.
Wie sehen Sie diese wachsende Aufgabe
Welche Form der
Betreuung bevorzugen Sie hier in Siegen: ambulant
oder stationär? Welche Möglichkeiten sehen Sie;
ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich zu
fördern?
Antwort: Richtig ist,
dass wir im Bereich der Pflege stark auf
ehrenamtliches Engagement angewiesen sind. Die
Ursachen dafür liegen u. a. auch in der Veränderung
von Familienstrukturen. Hier muss durch
ehrenamtliches Engagement ein soziales Netzwerk
aufgebaut werden, damit kein Mensch wochen- oder
monatelang einsam in seiner Wohnung liegt. Aber klar
muss auch sein, dass Ehrenamt professionelle Dienste
nicht ersetzen kann und darf. Der auch von mir
unterstützte Grundsatz „ambulant vor stationär“ kann
nur umgesetzt werden, wenn wir verlässliche
professionelle wie ehrenamtliche
Versorgungsstrukturen vorhalten.
7. Der Siegener ‚Hübbelbümmler’
erfreut sich steigender Beliebtheit. Werden Sie sich
für den Erhalt und möglicherweise auch Erweiterung
dieser Einrichtung einsetzen?
Antwort: Dies ist eine
tolle Verbindung zwischen der Ober- und Unterstadt.
Gerade älteren Menschen hilft der Hübbelbummler „auf
den Berg“ zu kommen. Ich freue mich, dass damit der
vor einigen Jahren auch von der SPD unterstützte
Oberstadtbus wiederbelebt wurde. Vor diesem
Hintergrund stehe ich für den Erhalt des
Hübbelbummlers und einer Erweiterung im
Bedarfsfalle.
8. Die Parkpalette
über die Sieg wird immer mehr als städtebauliche
Sunde wahrgenommen. Werden Sie sich für den Rückbau
einsetzen und damit für eine Neugestaltung des
Siegufers zu einem Naherholungsgebiet?
Antwort: Mein Ziel ist
der Rückbau der Siegplatte. Die Sieg wird
renaturiert und das Siegufer wird zu einem
Naherholungsgebiet umgestaltet. Dieses Ziel ist
keine Utopie. Ich will, dass dieses Projekt bald zur
Siegener Wirklichkeit wird.
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